Mit einer großen Investition ist der Rolofshagener Bodo Krause in das Jahr gestartet. Seine Firma setzt auf moderne Technik.
Rolofshagen. In einer Rolofshagener Firma sprühen täglich die Funken. Und zwar immer dann, wenn ein Sägeblatt geschärft wird oder ein Fräser entsteht. All das und noch viel mehr passiert hier unter der Regie von Bodo Krause, dessen Unternehmen mit einer hohen Investition ins neue Jahr gestartet ist: mit der Anschaffung einer CNC Fünf-Achsen-Werkzeugschleifmaschine.
Klingt gewaltig, ist sie auch. Denn für die moderne Technik mussten extra die Werkstatttür erhöht und außerdem ein kleines Loch in die Decke geschnitten werden. Aber es hat sich gelohnt. Schließlich läutet die Maschine eine ganz neue Etappe in der Firmengeschichte ein. „Wir steigen damit in die Fertigung ein, in die Herstellung von Fräsern und Bohrern”, kündigt der 62-jährige Bodo Krause an. Zwei seiner insgesamt zwölf Mitarbeiter werden damit beschäftigt sein. Sein Enkel Tino Krause (19) und Werkzeugschleifer Heiko Drewes (36).
Beide absolvieren dafür gerade eine spezielle Schulung. „Sie sind sehr engagiert und investieren zusätzliche Zeit. Denn wir sind noch in der Einarbeitungsphase, weil die Maschine erst Ende Dezember geliefert worden ist”, berichtet Bodo Krause, der mit seiner neuen Errungenschaft den asiatischen Markt erobern will. Erste Kontakte sind bereits geknüpft. „Das Besondere ist, dass die Maschine nachts alleine arbeiten kann. Man gibt vorher die Daten und Maße in den Computer ein, und schon geht's los”, erzählt er.
So entstehen Fräser, Stufen- und Sonderwerkzeuge, und unterschiedliche Profilplatten können gefertigt werden. Ersetzen soll die hochmoderne Schleifmaschine die Beschäftigten aber nicht. „Im Gegenteil. Meine Leute haben dann mehr Zeit für Arbeiten, die komplizierter sind, wie zum Beispiel das Schärfen von Modulfräsern”, erklärt Bodo Krause. Seine Ware geht bisher nicht nur an die Ostküste von Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch nach Schleswig-Holstein. Und es werden immer mehr Standorte, die seine Produkte zu schätzen wissen. Zum Beispiel hat der Rolofshagener, dessen Betrieb sich über ein rund 3000 Quadratmeter großes Areal erstreckt, seine Kundschaft erweitert, indem er im August 2004 eine Lübecker Firma aufkaufte.
So sind seine Waren mittlerweile in verschiedensten Branchen zu finden, in der Metallverarbeitung, in der Papier-, Holz- und Fleischindustrie. Jeder, der etwas Scharfes braucht, wird versorgt. „Natürlich freuen wir uns auch über die Laufkundschaft aus der näheren Umgebung, aber das Meiste verdienen wir mit Großaufträgen”, berichtet Bodo Krause, der früher als Tischlermeister in Grevesmühlen tätig war. „Zu dem Betrieb gehörte aber auch eine Schleiferei”, erinnert er sich. Anfang der 90er-Jahre baute er dann die Firma „Schleiferei und Handel Bodo Krause” in Rolofshagen selbst auf, denn ihm sind die Örtlichkeiten durch seine frühere Arbeit in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) bekannt.
Entstanden ist eine moderne High-Tech-Firma, dessen Angestellte an vielen Maschinen Präzisionsarbeit leisten. „Mit unserer neuen Anschaffung ist das Gebäude jetzt voll ausgepowert”, sagt der 62-Jährige. Doch darüber, wie man später mit weiteren Investitionen umgeht, müsse sich dann sein Enkel Tino irgendwann mal den Kopf zerbrechen. Denn er will 2009 die Firma übernehmen. Bodo Krause ist froh, in ihm einen würdigen Nachfolger gefunden zu haben. „Tino kniet sich richtig rein”, lobt der stolze Großvater.
Denn neben der Lehre im Betrieb würde sein Enkel außerdem bei der Handwerkskammer Schwerin ein Studium zum technischen Betriebswirt absolvieren und fleißig Wirtschaftsenglisch büffeln – damit sich die Zukunft der Firma vielleicht sogar weit über Deutschlands Grenzen hinaus erweitern kann. Vielleicht ja in den Anliegerländem der Ostsee, in Litauen oder Finnland, denn dort werden in den nächsten Monaten umfangreiche Recherchen geführt, für was die CNC Fünf-Achsen-Werkzeugschleifmaschine künftig noch eingesetzt werden.